Vegan-Trend verändert auch das Trinkverhalten

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Seit Jahren steigt die Anzahl der Menschen, die vegan leben. Der Trend wirkt sich auch auf die Trinkgewohnheiten aus. Zwar sind viele Getränke hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe vegan – ob allerdings die komplette Herstellungsphase völlig frei von tierischen Produkten ist, lässt sich oft kaum feststellen. Eine neue Chance für das Marketing?

Laut VEBU (Vegetarierbund Deutschland) leben allein in Deutschland rund 900.000 Veganer, das entspricht etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung. Das Institut für Demoskopie Allensbach bestätigt diese Entwicklung. Auch global ist ein veganer Trend zu erkennen. Die Anzahl der vegetarisch-vegan lebenden Menschen wird weltweit auf circa 1 Milliarde geschätzt.

Was ist vegan – was nicht?

Könnte also der Hinweis „vegan“ die Kaufentscheidung vieler Menschen positiv beeinflussen? Im Food-Bereich ist das vielfach schon üblich. Der Blick auf die Inhaltsstoffe reicht meist nicht aus, um Klarheit darüber zu gewinnen, ob ein Getränk rundum vegan ist. Denn auch der Herstellungsprozess selbst und die verwendeten technischen Hilfsmittel müssen frei von tierischen Produkten sein. Mit der gängigen Deklaration die „nur“ die Inhaltsstoffe auflistet, ist es deshalb nicht möglich, vegane Produkte zu erkennen.

Tierische Zusatz- oder Verarbeitungshilfsstoffe bei Getränken

Dem Veganer liegen dabei viele Steine im Weg: In Spirituosen können Farb- und Aromastoffe zugesetzt sein, die nicht pflanzlichen Ursprungs sind, wie zum Beispiel „echtes Karminrot“ aus Schildläusen. Das Finden von veganem Wein hat immer noch seine Tücken, auch wenn es durch einen Beschluss der Europäischen Kommission ab Jahrgang 2012 einfacher geworden ist. Denn die betreffende Verordnung schreibt zwar eine Hinweispflicht für Weine vor, die mit Milch- und Eiprodukten geschönt werden, allerdings besteht für tierische Hilfsstoffe wie Gelatine kein Zwang zur Deklaration. Biere, nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, sind vegan. Tierische Klärmittel sind dabei tabu. Komplizierter wird es für Veganer bei ausländischem Bier. So findet die Klärung vielleicht mittels Fischblasen oder Gelatine statt. Bei Fruchtsäften wird klassisch Gelatine als tierisches Schönungsmittel eingesetzt. Unabhängig vom Inhalt ist auch der Etikettenkleber ein Thema, er kann tierische Bestandteile wie Casein beinhalten.

„Vegan“ – Ein Marketingargument im Aufschwung?

Kein Wunder also, dass im Internet diverse Listen mit veganen Getränken und Liquid Food Produkten als Informationsquellen kursieren, um Orientierung zu leisten. Also warum nicht gleich am Point of Sale ein klares Kaufargument anbieten? Die Marketingexperten der Getränke- und Liquid Food Industrie könnten mit der Verwendung des Aufdrucks „vegan“ diesen Umstand herausstellen und damit umsatzsteigernd nutzen beziehungsweise einen neuen Nischenmarkt eröffnen. Auch die Umstellung des Herstellungsprozesses und aller weiteren Faktoren bei bislang nicht veganen Produkten auf eine rein pflanzliche Basis würde dem Marketing neue Wege eröffnen.

Auf der drinktec 2017 steht mit der Innovation Flow Lounge allen Marketingexperten eine einzigartige Plattform zur Verfügung, auf der auch das Thema vegane Nischenmärkte diskutiert werden kann: Hier im Zentrum der Halle B1 stehen zukunftsweisende Vermarktungsstrategien im Rampenlicht: Eine sprudelnde Inspirationsquelle für Marketingexperten in der Getränkebranche.

drinktec Blog-Team

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