Maibock – Tradition trifft Moderne

Die Fastenzeit ist vorbei, doch die Saison der Bockbiere geht kräftig weiter: Wahre Bier-Gourmets trinken jetzt Maibock. Aber was unterscheidet diesen Stil eigentlich von anderen Böcken?

Jede Saison hat einen eigenen Bierstil. Während im Winter meist starke und dunkle Stouts, Porter oder Barley Wines genossen werden, trinken Feinschmecker im Sommer eher leichte Session Ales, moderne Weißbiere oder fruchtige India Pale Ales. Aber was läuft eigentlich so zwischen den Jahreszeiten? Jetzt beginnt die Zeit der Maiböcke. Während dieser traditionelle Bierstil lange Zeit nur für echte Liebhaber reserviert war, haben ihn inzwischen auch viele internationale Kreativbrauer für sich entdeckt.

Ein Maibock ist eigentlich ein klassisches, helles Bockbier – also ein bayerisches Starkbier. Der erste Sud dieser Kategorie wurde angeblich 1614 von Hofbräu in München gebraut. Wegen des hochprozentigen, malzaromatischen Starkbieres mit hopfigen Ausklang, reisen jedes Jahr Touristen aus aller Welt in die deutschen Maibock-Regionen, um diese Spezialität zu genießen. Heute verwenden Brauer allerdings meist eine andere Malzschüttung als noch in früherer Zeit. Die einst dunklen Karamell- und Münchner-Sorten wurden gegen helle Wiener- oder Karamellmalze eingetauscht. Seitdem überzeugt der Maibock gegenüber anderen Bockvarianten mit zusätzlichen Aromen und etwas mehr Herbe. Der Alkoholgehalt liegt meist bei mehr als sechs Prozent und bringt daher auch eine hohe Stammwürze mit. Dennoch werden die Frühlingsböcke hochvergoren ausgebaut und präsentieren sich deswegen ziemlich schlank im Körper und besonders süffig.

Ähnlich wie bei India Pale Ales eröffnet sich auch beim Maibock gerade ein neuer Spielraum für Hopfenliebhaber und kreative Craft-Brauer. So etwa in den Kesseln der Bosch Brauerei in Bad Laasphe, östlich von Köln. Christian Bosch zählt zu den Vorreitern der Bock-Szene, die diese eher traditionelle Bierspezialität mit Aromen von Zitrusnoten und einer gewissen Blumigkeit würzen. Um den vollen Geschmack zu entwickeln, stopft er den Hopfen auch noch mal ordentlich in den Lagertank, was bei traditionellen Bockbieren eher ungewöhnlich ist.

Wer mehr zu unterschiedlichen Bockbieren erfahren möchte, kann sich von ausgebildeten Biersommeliers oder innovativen Brauern in der place2beer der drinktec noch mehr erzählen lassen oder vielleicht auch gleich das ein oder andere Bock-Abenteuer am Gaumen erleben. Übrigens bilden Bockbiere auch wichtige Kategorien beim European Beer Star, einer der renommiertesten Bierwettbewerbe der Welt. Bei der Publikumsverkostung des Awards am 12. September auf der drinktec hat jeder Besucher die Möglichkeit, erstklassige Biere aus der ganzen Welt zu testen und zu bewerten. Bestimmt werden auch einige Bockbiere dabei sein.

Mareike Hasenbeck

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